Raus aus der comfort zone

Wir fliegen also in den Iran. Wenn ich dran denke, macht sich Nervosität breit. Und Vorfreude. Immer abwechselnd. Wir haben einfach keine Ahnung, was uns dort wirklich erwartet. Wundervoll, oder?

Nun, ein wenig vorbereiten mussten wir uns trotzdem. Und stießen dabei ein wenig an die Grenzen unserer comfort zone

reiselektüre.

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Beantragt man beispielsweise ein Visum für den Iran an der Botschaft in Wien, braucht man dafür eine Referenznummer, welche in Tehran ausgestellt wird. Kennt man nun keine Privatpersonen die für einen durch die acht Millionen Einwohner Stadt läuft, kann man auch eine Agentur beauftragen, welche einem innerhalb von 48 Stunden diese Referenznummer besorgt. Kostenpunkt: 45€. Zu überweisen auf ein rumänisches Konto. Das Wort Iran darf nicht als Verwendungszweck angegeben werden. Etwas schleierhaft, diese Prozedur. Aber erfolgreich. Morgen dürfen wir unser fertiges Visum in Wien holen.

Beim Packen des Backpacks stößt man auch etwas an seine Grenzen. Während ich auf bisherigen Reisen kurze Kleider und Trägertops einpacken konnte, füllt sich mein Rucksack nun mit Schals, bodenlangen Röcken und Longsleeves. Die Kleidervorschriften sind bis zu einem gewissen Grad sehr klar: Hijab ist Pflicht. Lange, untaillierte Kleidung ebenso. Hijab bedeutet im iranischen Fall, dass in den Städten meist ein Schal reicht, der das Haupt bedeckt. Haare dürfen sichtbar sein. Das Schlüsselbein nicht. Am Land wird es vermutlich etwas strenger zugehen, weshalb sich auch ein Kopftuch im Rucksack befindet, welches all meine Haare versteckt. Gekauft in der Annenstraße. Mit einem Kleid, welches eher wie ein Sack aussieht – auf der Rechnung stand „Islamisches Kleid“.

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hijab.

Die Idee Kleidung vor Ort zu kaufen, haben wir schnell verworfen. Baumwolle und Leinen sind rar im Iran. Die meisten Kleidungsstücke bestehen aus Polyester. Also nochmal ein halbes Vermögen bei H&M gelassen, um genügend Zeug mitzuhaben, welches meine Ellenbogen und Knöchel bedeckt.

Das mit dem Vermögen ist auch so eine Sache. Visa, Mastercard oder Maestro sind im Iran nutzlos. Unsere Karten nichts wert. Genügend Bargeld mitnehmen lautet die Devise. Oder einen Backup Plan erstellen und sich türkische Freunde zulegen, welche einem im Notfall aus der Türkei Geld in den Iran überweisen.

UnbenanntEs gibt ein paar Spielregeln in unserem Reiseziel, an die wir uns halten müssen. Situationen, die für uns ungewohnt sind. Und vielleicht wird vor Ort, doch alles ganz anders sein, als wir es uns hier ausmalen.

Die Vorfreude, die ist groß. So wie die Nervosität. Und Indienerfahrung hin oder her, mit dem Iran machen ich nun doch eine Reise, deren Spielregeln außerhalb meiner comfort zone liegen. Aber das ist ja angeblich der Ort where the magic happens.

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2 Gedanken zu “Raus aus der comfort zone

  1. sabihass schreibt:

    Ich bewundere euch dafür! Wer reist mit dir! Wenn du möchtest begleite mich doch auf meinen zukünftigen Reisen, auch wenn sie vorher etwas weniger abenteuerlich auffallen werden. Passt bitte gut auf euch auf!

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