Zagreb: Halbzeiterkenntnisse

PREMA HRVATSKOJ VERZIJI

Seit 67 Tagen (mit Lendwirbel und Barcamp Pausen) bin ich Praktikantin in der PR und Marketing Abteilung des Večernji list. 37 weitere Tage erwarten mich noch. Höchste Zeit für eine Bilanz.

Neue Erkenntnisse einer Kroatin in Kroatien: in meiner Herzheimat ist doch nicht alles so wie ich dachte und eigentlich erfüllt das Land so ziemlich alle Klischees…

Essen

  • Niemand macht so guten Burek wie Mama. Wirklich niemand. Dubravica, Mlinar, Pen-Pek und wie auch immer die tollen kroatischen Bäckerein heissen die an jeder (!!) sind Ecke muss man wirklich loben: sie verkaufen anständige Jause bei der man mehr Schinken als Brot zum Beissen hat und im Schokocroissant auch wirklich richtig viel Schoko drinnen ist. Aber das mit dem Burek bekommt niemand so hin wie Mama. Und auch die Zagorski Štrukli sind in Lepoglava viel besser als im bekannten  La Štruk.
  • Als Vegetarier hat man es in Kroatien immerhin nicht so schwer wie in Bosnien-Herzegowina. So langsam lassen sich hier auf den Speisekarten nämlich tatsächlich fleischfreie Speisen blicken.
  • Čevapi  findet man wirklich auf JEDER Karte (inkl. Ajvar und rohem Zwiebel).
  • In den Kebapläden hier hängen Kreuze und Jesusbilder.
  • Lebensmittel in den Geschäften sind teurer als in Oesterreich.

čevapi-zagreb-mittagessen-erasmus-anna-drusko

Trinken

Musik

Oeffis

  • Zagrebs Bevoelkerung kann nicht Bus und Bim fahren. Aus- vor Einsteigen sollte man hier über jede Tür plakatieren. Auch, dass man vielleicht nicht unbedingt im Eingangsbereich stehen bleiben sollte. Wobei ich die Angst vor dem Verpassen der Station nachvollziehen kann. Der eine rauchende Bimfahrer der Linie 15 bleibt meist nur nach Lust, Laune und Protest stehen.
  • Genaue Buspläne gibt es keine.
  • Ungefähre schon. Mein Bus kommt täglich gegen zehn. Bedeutet: 09:55 – 10:05. Manchmal hab ich Glück und erwische ihn tatsächlich.

Zeitgefuehl

  • Pünktlichkeit ist weder für Busse noch für KroatInnen ein Thema.
  • Man stresst nicht zu Terminen.
  • Dafür kann man stundenlang, keine Uebertreibung, bei einem Kaffee sitzen.
  • „Samo polako“ – „Nur langsam“ ist ein Lebensgrundsatz.

Sprache

  • Hund, Gott, Mutter… Jeder mit jedem und die boese Geste darf nicht fehlen. Oida, des Volk kann fluchen!

Genderzeugs

  • Haha, was?
  • Männer dürfen fluchen. Fluchende Frauen sind unattraktiv.
  • Männer trinken Bier. Frauen Spritzer.
  • Männer zahlen. Immer. Alles.
  • Die RaucherInnenquote ist dafür top aufgeteilt.

Rauchen

  • Ist immer und überall erlaubt. Und wenn da ein Rauchverbotsschild ist, muss man eben nach dem Aschenbecher fragen.

Politik

  • Interessiert die Jugend wirklich nicht.
  • Es wollen wirklich alle, trotz herrschendem Patriotismus, raus aus Kroatien.
  • Ante Gotovina ist und bleibt ein Volksheld. Egal was Den Haag sagt.
  • Sie dachten Hofer wäre Präsident und haben mir schon ihr Beileid ausgedrückt.
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Ein Gedanke zu “Zagreb: Halbzeiterkenntnisse

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