Ein Hipsterviertel und tausend Müll

Unsere zwei Tage in Delhi verbrachten wir vor allem mit herumspazieren und erkunden. Wir gingen verloren. In den alten, heruntergekommenen Gassen rund um die Jama Masjid mitten in Old Delhi. In den verwinkelten Straßen rund um den Chandi Chowk der so gerammelt voll war, dass unsere Rikscha keinen Millimeter mehr fahren konnte.

Chandi Chowk, Old Delhi.

Chandi Chowk, Old Delhi.

Männer spucken geräuschvoll ihren Kautabakschlatz zu Boden, schöne Frauen in bunten Sarees tragen Kinder in den Armen, die um die Augen herum dunkel geschminkt sind, um die bösen Blicke abzuwehren. BettlerInnen mit körperlichen Beeinträchtigungen laufen uns genauso nach wie die Aasgeier, die versuchen uns von Schlafsäcken bis zu Luftballons alles Mögliche zu verkaufen. Wir biegen in Straßen ein, in denen wir die einzigen Frauen weit und breit sind und versuchen diese so schnell wie möglich wieder zu verlassen. Und überall ist Müll. Diese riesigen stinkenden Müllberge.

Kazal - schwarzer Kajal um die Augen schützt vor bösen Blicken

Kazal – schwarzer Kajal um die Augen schützt vor bösen Blicken

Wir zahlen viel zu viel für die Rikshafahrten. Zuerst die ewig währende Diskussion um den Fahrpreis, den man direkt vor der Fahrt ausmacht, den Taxameter ignoriert man. Dann hupt und klingelt das Tuk Tuk mit Fahrradrikshas und Autos um die Wette um den letzten Zentimeter Platz neben der Kuh zu ergattern, die gerade gemächlich durch die Straßen spaziert. Die Tuktuk Fahrer ziehen uns übers Ohr. Ich schlage mich zwar recht gut im Vergleich zu meinen letzten zwei Besuchen hier, doch wir sind nun mal Frauen. Und Touristinnen.

Lotus Temple.

Lotus Temple.

An unserem letzten Abend in Delhi treffen wir Ashlin, eine alte Bekannte, die hier in Delhi als Journalistin arbeitet. Nach einem Tag im durchschnittlich chaotischen Indien, wirkt das Hipsterviertel von Delhi, in dem wir sie treffen, richtig friedlich. Im Hauz Khas Village sind keine Taxis oder Tuk Tuks erlaubt. Welch Segen. Aber der kostet. Die Preise der Lokale sind mit unseren gleichzusetzen, die Burger die wir hatten waren zwar klasse (und sogar Rindfleisch!!) aber teuer. Viele KünstlerInnen und Boutiquen haben sich in dem Viertel niedergelassen, moderne Street Art ziert die Hauswände. Fast so schön wie im Annenviertel.

if you're happy and you know it...

if you’re happy and you know it…

Da wir uns, wie ohnehin schon erwähnt, immer wieder verlaufen hatten, mussten wir auch bei unserer Abreise nach Agra ein wenig Gas geben. Laufend durch Pahar Ganj erwischen wir jedoch unseren Zug. Neben mir sitzt eine Inderin mit ihrer Tochter, welche sie sobald der Zug zu fahren beginnt, zum Lernen auffordert. Die Mutter erzählt mir, dass alles Geld, dass sie verdient nur in die Ausbildung ihrer Kinder und die Hochzeit ihrer Tochter geht. Sie beneidet uns, dass wir mit unserem gesparten Geld reisen können.

Zugabenteuer - auf nach Agra!

Zugabenteuer – auf nach Agra!

Wir lachen viel. Sehr viel. Aus Übermüdung, Überforderung oder einfach wegen der grundlegenden Zufriedenheit die uns seit Beginn erfüllt.

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