Kalkutta ist kein Ort der Entspannung

In Kalkutta gibt’s mehr Optiker als Chaiverkäufer, mehr Ziegen als Kühe. Fahrradrikshaws werden durch Laufrikshaws ersetzt, die Tuk Tuks durch Taxis und die Müllhaufen durch Mistkübel.

laufrikshaw

laufrikshaw

Dass Kühe in Indien heilig sind, weiß man. Die Bengalen haben jedoch eine hohe Toleranzgrenze was den Verspeis von Heiligtümern angeht – an den Straßen wird Rindfleisch verkauft, die Kühe sitzen an Seile gebunden vor der kleinen Hütten, in denen die Tiere geschlachtet werden. Apropos Toleranz: hier gibt’s eine neue Art von BettlerInnen – Transsexuelle laufen immer wieder an den Taxis vorbei und halten die Hände auf, in der Hoffnung ein paar Münzen zu bekommen.

motivierte taxifahrer.

motivierte taxifahrer.

Der New Market zieht natürlich schon am ersten Tag unsere Aufmerksamkeit auf sich. Glitzerschmuck, gefälschte Handtaschen, wunderschöne Stoffe, Blumen aus der ganzen Welt, stinkendes Ziegenfleisch, westliche Tshirts, indische Sarees, halbsterbende Hühner, Süßigkeiten von denen niemand weiß was es ist, Dessous die aussehen als würden sie unseren Omas gehören… viele bunte Smarties. Unmöglich zusammenzufassen was man am New Market alles findet, aber man kann sich wundervoll in dem riesen Gebäude und den Standln umherum verirren – die Zeit vergessen.

getting lost at new market.

getting lost at new market.

Abgesehen von der Einführung in die Freiwilligenarbeit im Motherhouse (eigener Beitrag folgt) spazieren wir viel in den Straßen von Kalkuttas Zentrum herum, verlieren ständig die Orientierung und essen traumhafte Kababs in dem kleinen Lokal unter unserem Guesthouse.

indischer munderfrischer wird hergerichtet... und schmeckt nessi nicht.

indischer munderfrischer wird hergerichtet… und schmeckt nessi nicht.

Um den Horden von bettelnden Kindern zu entfliehen, die uns nicht nur bedrängen sondern auch permanent versuchen in unsere Taschen zu greifen, verzichten wir auf den Busch im Indiamuseum und gesellen uns zu den Mehndi-Damen am Straßenrand in der Sudder Street.

henna.

henna.

Mit Henna bemalen sie unsere Beine und Arme und erzählen. Assa ist bald 50 und wurde vor  sechs Jahren von ihrem Mann mit Benzin übergossen und angezündet. Ihre vier Kinder hat er umgebracht. Hashina ist 36 und dreifache Mutter. Ihre erste Tochter bekam sie mit 15, nach ihrer Hochzeit. Sie hat eine Kindheit als Bettlerin hinter sich, wollte jedoch für ihre Kinder das Beste, erzählt sie, und begann deshalb mit Hennamalereien auf der Straße. Wir bezahlen mehr als den verhandelten Preis, sie haben es sich verdient.

zuckerrohrsaftpause

zuckerrohrsaftpause

Vehandeln – oh ja, das tun wir. Und wir werden immer besser darin.

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