Eine Busreise, zwei Elefanten und weltbekannter Tee

Wir haben eine traumhafte Reise von Kalkutta nach Darjeeling hinter uns. Da wir schon genug mit dem Zug gefahren sind, entschlossen wir uns diesmal für einen Sleeperbus der bis nach Siliguri fährt (80 km von Darjeeling entfernt).

Der liebe Herr in der Travel Agency war nicht nur so nett sich geringe Vermittlungskosten zu spendieren oder uns eine Ayurveda-Dame aufs Hotel zu schicken, die nie erschien, Nein. Er garantierte uns auch, dass der Bus um 06 Uhr abends startet und um 07 Uhr morgens ankommt. Nix da.

Da wollen wir hin. Bezauberndes Darjeeling. Im Nebel.

Da wollen wir hin. Bezauberndes Darjeeling. Im Nebel.

Mara bezeichnet unseren Bus gern als Rüttelplatte, aber eigentlich fühlten uns wie auf einem Trampolin. Auf und Ab. Auf und Ab. Ich spüre noch die Beule auf meinem Hinterkopf. Aber wir sehen keine Ottis. Der Busfahrer hat uns ausgelacht, weil er ständig für unser Pipipausen stehen bleiben musste. Wir lachen mit ihm mit, der Schlafmangel macht uns Banane im Kopf. Angekommen sind wir in Siliguri punkt Mittag. Also fünf Stunden später als gedacht. Macht nix. Wir freuen uns zu sehr auf Darjeeling. Auf in einen Sammeljeep mit sechs InderInnen und los gehts durch die Serpentinen auf uns ab nach Kurseong (30 km von Darjeeling entfernt). Zumindest ist die Straße breit genug für einen Wagen. Der Gegenverkehr oder hin und wieder auch wir, muss eben mit einer Vollbremsung die Kurve kratzen. Spätens da kam die Übelkeit. Um nicht aus dem fahrenden Jeep zu kotzen, machte der nette Jeepfahrer, dessen Gefährt keine Innenverkleidung mehr hatte, Pausen für uns. Pipipause durch Speibereipause abgelöst. Macht auch nix! Wir freuen uns noch immer auf Darjeeling.

toy train travel!

toy train travel!

In Kurseong angekommen warten wir auf den Bummelzug. Den süßen lieben kleinen Zug, der UNESCO Weltkulturerbe ist und volle drei Stunden bis zu Darjeeling Stadt bummelt. Die Fahr begann traumhaft schön, dann kam der Nebel. Von überall. Und mit ihm die Kälte. In unsere Bettdecken und Jacken gewickelt schauen wir trotzdem freudig aus dem Fenster und als wir mit nur 30 Minuten Verspätung ankommen erwartet uns auch schon ein Taxifahrer der uns bis zum Hotel bringt. Wir diskutieren gar nicht um den Preis. Viel zu groß ist die Sehnsucht nach einem Bett als wir nach 27 Stunden Reisen endlich im Hotel Ivy Castle einchecken.

good morning darjeeling!

good morning darjeeling!

Schlaf ist scheinbar die beste Medizin. Heute morgen sind wir wieder topfit und die Freude über Darjeeling ist noch größer. Und die Gegend um die Stadt ist sicher wunderschön. Wir sehen sie nur leider nicht. Der Nebel ist noch immer da. Nichts mit Sonnenaufgang am Tigerhill oder der Cable Car Fahrt. Die Laune lassen wir uns deshalb dennoch nicht verderben.Gut so, denn plötzlich kommt die Sonne.

sonnengenuss!

sonnengenuss!

Es wird warm und wir verlaufen uns in der kleinen, wirklich bezaubernden Stadt. Überall nepalesiche Shops, tibetische Gebetsfahnen und traumhafte Tempel. Darjeeling ist fast so schön wie McLeod. Wir machen Teepausen (der typische Tee hier schmeckt nur nach Wiese und furchtbar langweilig), essen Momos und laufen an so einem Schild vorbei, auf dem Tattoo steht. Eine Stunde später sind unsere Körper mit kleinen Elefanten verziehrt.

elephantlove.

elephantlove.

Eines haben wir jedoch gelernt – komm den Affen nicht zu nahe beim Fotografieren. Mara lachte nur lautstark als die Affen an meiner Weste rissen, ich war eher verzweifelt. Und das Geschrei der Affen in Situationen in denen sie glauben man bedrohe sie, ist wirklich nervtötend. Die BewohnerInnen sind auch ein krasser Kontrast zu Kalkutta – noch bevor wir nach dem Weg fragen können helfen sie strahlend weiter. Die Freundlichkeit der Menschen ist überwältigend, die Affen doof 😉

von diesem herren bekamen wir nur eine segnung. er hat nicht so herumgebrüllt wie die affen.

von diesem herren bekamen wir nur eine segnung. er hat nicht so herumgebrüllt wie die affen.

Morgen geht es wieder zurück nach Kalkutta. Das Ende unserer Reise ist viel zu nah. Als wir nach den Jeeps Richtung Siliguri fragen oder ihnen sagen, dass wir gerne Aloo Parantha zum Frühstück hätten, lachen uns die Hotelangestellten hauptsächlich aus. Ob sie uns einfach lieb verloren finden oder mal wieder Charas im Spiel ist werden wir wohl nie erfahren.

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